Sommerzeit; Reisezeit

 

Gehts euch auch so: Es wird Juli und ihr stellt mit Schrecken fest, dass bereits das halbe Jahr um ist. Doch dem Schock weicht bald die Freude darüber, dass der wohlverdiente Urlaub ansteht. Denn noch immer ist es so, dass die Mehrheit unserer Zeitgenossen zwischen Juli und August in die grossen Ferien verreist und den Dichtestress von daheim mit jenem am Urlaubsort tauscht. Gründe dafür gibt es einige: Schulferien der Kids, BetriebsferienProjekte, die im Sommer darben, weil alle anderen weg sind. Da kann man geradesogut selbst verreisen.

Bei allem Verständnis für jene, die in der Hochsaison ihre Koffer packen müssen, für jene, die andere Monate wählen könnten, habe ich keines. Denn wie gesagt: Gedränge an der Feriendestination, das tägliche Gefecht am Hotelbuffet und der Kampf um die besten Liegestühle, ach wie erholsam das alles sein muss. Zudem: Während der Hochsaison ist alles teurer. Und überhaupt: Im Sommer ist es zu Hause am schönsten.

Deshalb ja, es ist Ferienzeit. Ja, ich habe das Bedürfnis auf Sonne, kühle Drinks am Wasser, auf romantische Sonnenuntergänge und darauf, die Geschäftigkeit runterzufahren. Doch dafür muss ich nicht verreisen. Wenn man in den Pendlerzügen zu Stosszeiten einen Sitzplatz in der zweiten Klasse kriegt, die Badis nie überfüllt sind und man im Restaurant auch spontan einen freien Tisch findet, kommt bei mir auch hier Ferienstimmung auf. Da brauch ich nirgendwo hinzujetten.

Ich muss zugeben, im Sommer fahr ich die «Pace» runter. Dann start ich den Tag mit einer sportlichen Runde im nahen Wald. Oder ich gönn mir statt einer Kaffeepause einen Schwumm im See. Zwischen zwei Texten mähe ich den Rasen oder jäte die Gemüsebeete. Ich gönne mir einen Lunch mit anderen Daheimgebliebenen. Und ich genehme mir einen Spritz zum Feierabend. Zudem werfe ich gerne mal den Grill an – denn Gebräteltes schmeckt einfach viel besser als der 0815-Touri-Food am Reiseziel.

Nein, ich beneide niemanden um seine Badeferien am Mittelmeer oder die Kreuzfahrt in der Karibik. Doch wenn es hier kälter und die Tage kürzer werden, zieht es auch mich in die Ferne. Wenn der Nebel uns hierzulande in trübes Grau hüllt und sich alles nass und garstig anfühlt, pack ich die Koffer und verschwinde. Irgendwohin mit viel Natur, jeder Menge Gegend und einer geballten Ladung Möglichkeiten, sich draussen aktiv zu betätigen. So verkürze ich mir die tristen Wintermonate und komm ganz gut über die Runden, bis die Tage wieder länger werden.

Jedem das Seine. Gut, haben nicht alle dieselben Vorlieben. Und da es Ferienzeit ist – und ich, wie oben ausgeführt, während ebendieser die beruflichen Aktivitäten runterfahre – ist auch mein Blog weit kürzer ausgefallen als sonst.

In diesem Sinne: Was immer ihr unternehmt, wo immer ihr seid: Geniesst die Zeit. Der Alltag hat euch zu bald wieder.