Der Texterberuf

Als ich vor ein paar Jahren zu neuen beruflichen Horizonten aufbrach und Freelancer wurde, dachte ich, jeder wisse, was eine Texterin so mache. Weit gefehlt. Häufiger als nicht ernte ich verständnislose Blicke. Hals und Kopf formen sich dann zu unübersehbaren Fragezeichen. Dann wird die Stirn in elegante Falten gelegt, bis sie aus dem Gegenüber herausquillt, die Frage, was denn das eigentlich sei. Ob ich so eine Art Ghostwriter sei? Ja, unter anderem. Manchmal schreibe ich für jemanden, der meinen Text unter seinem Namen publiziert. Manchmal steht mein Name darunter. Und manchmal spielt der Autor schlicht keine Rolle. Aber dass Texter Texte schreiben, scheint als Erklärung nicht zu genügen. Erstaunlich, nicht? Deshalb möchte ich in diesem Blog ein bisschen aus dem Textschneiderin-Nähkästchen erzählen – ich hoffe nebenbei, das inspiriere den einen oder anderen Leser zur Zusammenarbeit mit unserer Gilde.

Was ich denn genau texte, wollen die Leute oft wissen. Es scheint ihnen nicht bewusst zu sein, dass alles, was geschrieben wird, irgendwer mal hat texten müssen. Oder verfassen, falls das besser gefällt. Jede Headline, jeder Slogan, Blog, Flyer oder Webinhalt – zu Neudeutsch Content –, ja sogar Einträge in Facebook oder das Gezwitscher auf Twitter: Irgendwer hat es erfunden. Meist ein Texter. So weit, so klar.

Was schreibt ein Texter?

Die Frage ist banal – dennoch, wer nicht aus der Branche ist, kann sich scheinbar nur schwer vorstellen, wozu so ein Schreiberling gut sein soll. Denn schreiben kann ja jeder. Doch ganz so einfach ist es nicht. Wer mir nicht glaubt, sollte sich mal die verschiedenen Webseiten oder Werbebriefe zu Gemüte führen, die uns tagtäglich ungefragt ins Haus flattern. Sie wird feststellen, dass einige der Autoren besser einen Profi beigezogen hätten. Hier ein paar Vorschläge, welcher Art Texte ihr einer Texterin anvertrauen könntet:
Content; Webinhalte. Jedermann ist klar, dass es für eine Webseite ein Design benötigt und vertraut dabei auf einen professionellen Webdesigner. Der Inhalt wird jedoch oft sträflich vernachlässigt. Nichtssagende Texte werten die schön gestaltete Webseite keineswegs auf. Kommt hinzu, dass SEO, Keywords und Rechtschreibung halt doch eher was für Profis ist – schliesslich will man in der weiten Welt des Webs nicht nur gefunden werden, sondern auch beweisen, was man draufhat.
Flyer, Prospekte, Broschüren, Publireportagen. Ob elektronisch oder gedruckt – hier handelt es sich um handfeste PR. Wer PR betreibt, sollte sich die Mühe nehmen, diese professionell zu gestalten und sich nicht, um die Kosten zu dämmen, mit halbherzigen Massnahmen begnügen. Zögerliche Massnahmen verfehlen ihre Wirkung komplett. Dafür sind auch die reduzierten Kosten bereits zu viel. Besser keine als eine halbbatzige PR – oder aber, sie outsourcen, und zwar an Spezialisten.
Newsletter. Versucht uns nicht jede Marketing- und Kommunikationsfachperson zu verklickern, ein Newsletter sei für eine gute PR unabdingbar? Ob dem tatsächlich so ist, können wir gerne an anderer Stelle mal diskutieren. Viele Firmen schicken sich trotz knapper Zeitressourcen in die Pflicht, Newsletter zu versenden. Wer clever ist, spart Zeit und delegiert das an einen Texter.
• Apropos PR: Dazu gehört heutzutage selbstverständlich auch ein Blog. Doch wer nicht regelmässig bloggt, kann es auch gleich bleiben lassen. Lästig ist, das Bloggen absorbiert viel Zeit. Die simple Lösung ist, einen Profitexter zu engagieren und sich seinen eigentlichen Kernaufgaben zu widmen.
Korrespondenz: Es gibt gewiefte KMU, die haben ihre Prozesse weitgehend festgelegt, wissen wann Brief A, wann Brief B und wann Postkarte C an die Kundin gebracht werden. Sie beauftragen dann eine Texterin, für die gesamte Briefschaften Textkonserven zu erstellen, die bei Bedarf nur abgerufen werden können. Kluge Idee – warum das Rad stets neu erfinden?
Geschäftsberichte – das Rückgrat der PR: Der Klassiker, der sich zum Outsourcen geradezu aufdrängt. Denn Geschäftsberichte enthalten nicht nur Bilanz und Erfolgsrechnung, sondern erzählen von den wichtigsten Meilensteinen des vergangenen Jahres und den Zielen für die nahe Zukunft. Geschäftsberichte sind ein wichtiges Instrument für externe Beeinflusser und Investoren. Das Geld für einen Profitexter ist hier gut investiert.
Konzepte und Businesspläne: Gut, das geht jetzt schon in Richtung Unternehmensberatung. Aber es lohnt sich, für solche Dokumente eine Fachperson hinzuzuziehen, die eure Geschäftsidee kompetent und verständlich auf den Punkt bringt. Nicht zuletzt hängt es vom überzeugenden Businessplan oder dem professionell abgefassten Konzept ab, ob ihr Investoren findet oder nicht.
• Kinkerlitzchen: Die haben es in sich. Meist benötigen sie sehr viel Zeit, und wie ich immer wieder gerne betone, einen grossen Papierkorb: Headlines, Slogans, Inserate, Kleinanzeigen zu schreiben, ist oft schweisstreibende Knochenarbeit. Aber cool, wenn ein Coup gelingt.
Die Liste liesse sich endlos verlängern. Wer sich bewusst ist, dass er alles, was geschrieben werden kann, einem Texter anvertrauen darf, weiss eigentlich schon das Grundsätzliche.

Der Texter tut mehr als nur texten

Nebst dem Verfassen von Texten gehören folgende zwei Dienstleistungen zu unserem Kerngeschäft:
Korrektorat oder Korrekturlesen – wenn ihr gerne selber schreibt, warum nicht. Es ist aber nie verkehrt, einen Profi drüberschauen zu lassen, damit er die gröbsten Rechtschreibeschnitzer eliminiert.
Lektorat – auch hier schreibt ihr selbst. Doch ihr übergebt euer Werk dem Profi, um es stilistisch und inhaltlich so zu trimmen, dass es das angestrebte Ziel erreicht.
Ein Schreiberling verfasst für euch nicht nur schöne Texte – er pampert sie auch liebevoll. Er feilt an Formulierungen, überprüft Rechtschreibung und Grammatik und optimiert für die Suchmaschinen. Und zwar so gründlich, wie ihr selber nie die Zeit dafür aufbringen könntet.

Was macht einen guten Texter aus?

Über Geschmäcker lässt sich bekanntlich nicht streiten – ob euch ein Texter zusagt oder nicht, hängt von eurer subjektiven Wahrnehmung ab. Dass ein Schreiberling die Sprache beherrscht, sich gut ausdrücken kann und den Duden quasi auswendig kennt, dürft ihr voraussetzen. Dass er in der Lage ist, zielgruppengerecht zu schreiben – seriös für Bank und Versicherung, lustvoll für die Gastronomie, kultig-cool für den Partyveranstalter – ebenfalls. Ein breites Allgemeinwissen und die Fähigkeit, vernetzt zu denken, zählen zu den wichtigen Assets in unserem Beruf.

Was mir an meinem Job so gefällt, ist, dass meine Neugierde stets neues Futter erhält und ich mein Allgemeinwissen dadurch stetig anreichern darf. Deshalb freue ich mich, wenn ihr dafür sorgt, dass mein Wissensdrang auch in Zukunft nicht darben muss.